Massentötungen an Hunden und Katzen in Ukraine anlässlich Fußball-EM 2012 sorgen für internationalen Aufschrei
2011-12-08
Streunertiere brutal verfolgt und wie Müll entsorgt
Bild: ©Rainer Brückner / pixelio.de
2012
findet in der Ukraine die Fußball Europameisterschaft statt. Das Land
will sich bei dieser Gelegenheit von seiner besten Seite zeigen – beim
„großen Reinemachen“ wurden jetzt aber Maßnahmen bekannt, die sicher
nicht dazu angetan sind, zum Renomé des Landes positiv beizutragen.
Wenn
in drei Jahren in der Ukraine und in Polen die EM stattfinden wird,
sollen die ukrainischen Städte in Hochglanz erstrahlen. Deshalb lässt
die ukrainische Verwaltung jährlich mindestens 50.000 Hunde oder Katzen
töten, berichten vor Ort engagierte Tierschutzvereine.
Lebende Tiere wie Müll entsorgt
Um
ebenso radikal wie brutal für „Ordnung“ und „Sauberkeit“ zu sorgen hat
man auch streunende, herrenlose Tiere kurzerhand quasi zu Müll erklärt,
den es nun zu entsorgen gilt: Hunde und Katzen ohne Besitzer bzw.
Zuhause stehen seither auf der Abschussliste. Derartige
Massentötungsaktionen hat es in den vergangenen Jahren – wie in vielen
anderen Ländern auch – laufend gegeben, neu ist aber die Intensität oder
besser gesagt der Hochdruck, mit denen gegen die heimatlosen Geschöpfe
vorgegangen werden soll.
Zu Tode geprügelt, erdrosselt, überfahren, zerquetscht
Die
wehrlosen Tiere werden von Beamten in Gestalt von TierfängerInnen zu
Tausenden in sogenannten "Tötungsstationen" eingesperrt, zu Tode
geprügelt, erdrosselt, vergast oder einfach verhungern gelassen. Andere
würden laut Augenzeugenberichten von den engagierten
Tierkiller-Kommandos systematisch überfahren, bei lebendigem Leib
verbrannt oder in Container geworfen, wo sie wie lebender Sperrmüll von
Walzen zerquetscht werden.
Eine Schweizer Tierschutzorganisation schickte UEFA-Präsident
Michel Platini bereits 2009 ein Beschwerdeschreiben – mitunterschrieben von 3200
Schweizer BügerInnen, darunter auch Prominente und einige
PolitikerInnen.
Und prompt zeigte das Schreiben - zumindest anfänglich - Wirkung: Der Organisationschef der EURO 2008, Martin Kallen, wandte sich höchstpersönlich an den ukrainischen Vize-Premierminister Ivan Vasiunyk mit der Aufforderung, sich um «die Angelegenheit zu kümmern».
Daraufhin hat die ukrainische Regierung die lokale Tierschutzorganisation „SOS Animals Society“ mit einem Kastrationsprojekt beauftragt.
Deren
Präsidentin Tamara Tarnawska kommentierte die anfangs
hoffnungverheissenden Entwicklungen emotionsgeladen: «Wir versuchen
schon seit Jahren, die Regierung an den schrecklichen Tiermorden zu
hindern. Doch erst dank dem Druck aus der Schweiz hat sie endlich
reagiert.»
Zumindest in ersten Ansätzen. Denn die Killertrupps sind bis heute nicht offiziell zurück gepfiffen.
Auch UEFA-Präsident Michel Platini wurde bereits um Hilfe ersucht. Er wurde gebeten, sich mit dem ukrainischen Präsidenten in Verbindung zu setzen, um diesen von einer humanen, menschen- und tierwürdigen Lösung zur Eindämmung der Streunertier-Überpopulationen zu überzeugen.
Einzig wirksame Methode: kastrieren und wieder aussetzen
Eine
örtliche Kampagnenleiterin warnt: Sollte der Druck von
Tierschutzorganisationen auf die Verantwortlichen nachlassen und der
länderübergeifende BürgerInnenaufschrei gegen das grausame Unrecht
verstummen, werden sich die Massentötungen noch intensivieren, um der
Weltöffentlichkeit zur Europameisterschaft 2012 ein streunertierfreies, „steril“
gesäubertes Stadtbild präsentieren zu können. Die Methoden der
ukrainischen Behörde sind nicht nur absolut inhuman und ethisch
inakzeptabel, sondern auch völlig wirkungslos, wie man deutlich an der
gleich bleibenden Populationsdichte von Tieren auf ukrainischen Straßen
und andernorts erkennt, wo man das Streunerproblem mit Brachialgewalt zu
lösen versucht.
„Die einzig wirksame und gewaltfreie Methode
lautet: kastrieren und zurückbringen“, erläutert eine engagierte
Expertin. Und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO betont in der
Studie „Guideline for Dog Population Management“, dass nur die
Kastration und das anschließende Zurücksetzen der Tiere ins vertraute
Revier die Überpopulation eindämmen können.
Streunertiermassaker vor der Haustüre
Man
muss aber keinesfalls bis in die Ukraine schauen, um grausame
Streunertiervernichtungsaktionen wie die geschilderten vorzufinden.
Bereits in Ungarn - gar nicht fern von der österreichischen Grenze -
finden sich Sammel- und Tötungsstationen für eingefangene Streunerhunde
und -katzen. Wie Tierschutzorganisationen Anfang des Jahres geschockt
feststellten, werden dort zu allem Überfluss zudem auch noch Hunde für
den Welpenhandel gezüchtet. In unmittelbarer Nähe zu den Käfigen, wo die
Tiere getötet oder einfach verhungern gelassen werden, wird dort unter
denkbar unmenschlichen Bedingungen der Nachschub für den verschrieenen
Kofferraumhandel mit Hundebabys produziert.
„Auch für Ungarn wie
für alle anderen Länder mit virulenter Streunertierproblematik stellt
das systematische, flächendeckende Kastrieren und ein Ablösen der
Tötungsstationen durch moderne Tierschutzhäuser eine gangbare,
nachhaltige und humane Lösung für das außerhalb Österreichs weit
verbreitete Streunertierproblem dar.“, kommentiert der Obmann der
TIERSCHUTZVEREINIGUNG Ralph Chaloupek.
Was können Sie beitragen, um den grausamen Verfolgungsfeldzug gegen Streunerhunde und –katzen beenden zu helfen?
Teilen
Sie dem ukrainischen Konsulat in Österreich Ihren Unmut über das
brutale Vorgehen der ukrainischen Behörden gegen die Streunertiere mit
und lassen Sie dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und
seiner Regierung ausrichten, dass Sie sein aktives Veto gegen die
Massaker an wehrlosen Tieren erwarten.
E-Mail: konsulat(at)ukremb.at
Auch
die Fußballorganisation UEFA und ihren Präsidenten Michel Platini
können Sie dazu auffordern, dass sie sich vehementer gegen die grausamen
Verfolgungen der Hunde und Katzen einsetzen mögen, da ein sportliches
Großereignis wie die EURO 2012 keinesfalls auf Kosten gequälter Tiere
veranstaltet werden sollte.
E-Mail: info(at)uefa.com

