Rückkehr der Wölfe nach Österreich – Fotofalle lieferte Bildbeweis
2010-03-06
Die seltenen Raubtiere in Kärnten und Westösterreich auf Beutezug
Die seltenen Raubtiere in Kärnten und Westösterreich auf Beutezug
Eine Fotofalle in Glödnitz im Gurktal lieferte den Beweis:
Ein Wolf geht um in Kärnten – eine wildtierökologische,
zoologische Sensation, denn seit 1850 wurde kein Exemplar mehr
in freier Wildbahn gesichtet. Der Vierbeiner ist sichtlich gut
genährt – was nicht wundert, hat er doch bereits
13 Rehe gerissen. Aufgrund von Kotfunden geht Wildtierforscher
Bernhard Guteb sogar davon aus, dass vier Wölfe durch Kärnten
streunen: „Die Losungsproben weisen auf verschiedene Tiere
hin.“
Die schlechte Nachricht für eine neue Population und deren
potentielle Vermehrung: alle in Kärnten aufgetauchten Tiere
dürften Rüden - also männlich - sein.
"Schafkiller" in Tirol waren aus Italien
zugewanderte Wölfe
Auch in Tirol sind Wölfe unterwegs. Genetische Untersuchungen
in einem Speziallabor in Lausanne (Schweiz) bestätigten
jetzt den Verdacht, ein Wolf sei für den Tod von 12 Schafen
in der Gemeinde Imsterberg in Tirol Ende Oktober verantwortlich.
Schafzüchter Stefan S.hatte damals seine insgesamt 22 Tiere über Nacht auf der Bergweide gelassen. Am nächsten Morgen fand man einige der Tiere von Raubtieren gerissen vor. Im Lauf der nächsten Tage wurden dann 12 tot Schafe entdeckt, einige weit vom ersten Fundort.
Stefan S. skeptisch über die „Einzeltätertheorie“: „So viele Schafe kann nicht nur ein Wolf gerissen haben, es müssen mehrere sein.“ Der Wolf ist ein Raubtier aus der Familie der Hunde (Canidae), die Tiere leben und jagen im Rudel. Ein frei lebender Wolf kann – um sich einen Nahrungs- und Energievorrat anzuessen - innerhalb von 24 Stunden bis zu 12,5 kg Fleisch verzehren, aber mehr als 12 Schafe innerhalb einer Woche, die in der Imsterberger Gegend gerissen wurden, ist auch bei diesem „Wolfshunger“ zu viel.
Jetzt wird über Schadenersatz beraten, der bei Wölfen
noch nicht ausjudiziert ist. Für von Bären oder Luchsen
gerissene Tiere gibt es Schadenersatz. Da Schäden und Verluste
durch Wölfe bisher praktisch nicht vor kamen, gibt es hier
noch keine gesetzlichen Regelungen.
Auch im nahen Pitztal gab es heuer schon gerissene Schafe. Und
auch in Vorarlberg sowie in der Schweiz wurden in der letzten
Zeit Wölfe beobachtet. In Tirol gilt der Wolf von Imsterberg
als die erste bestätigte Wolfexistenz seit 53 Jahren! Das
Tier soll aus einer aus Italien zugewanderten Population stammen.
Wölfe sind, als gefährdete Art, in Österreich und den Nachbarländern ganzjährig geschützt und dürfen nicht geschossen werden. Der nun auch für Wölfe zuständige Bärenbeauftragte Martin Janovsky und die Landesveterinärbehörde ersuchen um schriftliche Berichte und Fotos von glaubwürdigen Begegungen und Sichtungen per Email an: martin.janovsky@tirol.gv.at

