BP-Ölpest - Apocalypse now: Meeresschildkröten im Abfackelinferno lebendig verbrannt, Tierfriedhöfe im Meer und an den Stränden
2010-07-14
Schreckensszenario immer grauenhafter
Die Nachrichten von
der Ölkatastrophe im mexikanische Golf waren an Entsetzlichkeit
und Grauenhaftigkeit schon kaum zu überbieten, dennoch gibt es
auch noch eine Steigerung.
Nun wird vom dramatischen
Verbrennungstod von Meeresschildkröten in dem Öl-Horror
nach der Explosion der BP-Plattform Deepwater Horizon berichtet : Die
Tiere werden zum Teil bei lebendigem Leib beim Abfackeln des
Ölteppichs auf dem Meer mitverbrannt, klagen
US-TierschützerInnen an, die inzwischen auch die Gerichte mit
der unfassbaren Tierquälerei befassen wollen.
Der Golf in der
Region ist der Lebensraum zahlreicher Wasserschildkröten, wobei
die Tiere vor allem von Seetang leben. Doch die seltenen
Wasserreptilien werden jetzt von den an sich wichtigen
Plastikbarrieren der Ölbekämpfer eingefangen, die das Öl
daran hindern sollen, sich weiter im Meer auszubreiten. Wenn das Öl
zum Abfackeln entzündet wird, wird keinerlei Rücksicht auf
darin befindliche Tiere genommen. Hunderte Schildkröten, die
sich aus ihrem Gefängnis nicht befreien können, werden
nicht geborgen, sondern einfach mitverbrannt.
BP untersagte
HelferInnen, darunter dem Bootskapitän und Umweltschützer
Mike Ellis, der bereits etliche Tiere vor dem qualvollen Feuertod
retten konnten, nun ihre Einsätze.
Auch unter Wasser nur
Bilder des Grauens: Unter der Ozeanoberfläche und am Strand
befindet sich ein riesiger Tierfriedhof. Massen toter Krabben liegen
in der Brandung, am Strand verwesen Berge toter Fische. Der Mangel an
Sauerstoff tötet die Meeresfauna – bedingt durch die
explodierende Zahl erdölfressender Mikroben, die Unmengen von
Sauerstoff konsumieren.
Aufgescheuchte riesige Fischschwärme
und Rudel irritierter Haie, die in die seichten Gewässer
ausweichen, komplettieren das Bild eines ökologisch
gespenstischen Horror-Szenarios, das in der Geschichte der
menschengemachten Natur- und Umweltkatastrophen wohl beispiellos
ist.
Ralph Chaloupek, Obmann der MUT-Partei Mensch Umwelt
Tierschutz, dazu: „Die Vorgangsweise von BP, Hilfseinsätze
zugunsten der Tiere und Aufklärungsarbeit über die
katastrophale Situation vor Ort zu verhindern, ist völlig
inakzeptabel und setzt dem unfassbaren Umweltskandal noch die Krone
auf!
Um sein Image nicht zu beschädigen, unterdrückt der
Konzern die Vor-Ort-Berichterstattung, um ein realistisches Bild vom
wahren Ausmaß der Katastrophe nicht an die schockierte
Weltöffentlichkeit gelangen zu lassen.
Während die Welt bangt, dass das Ölleck endlich wieder geschlossen werden kann und täglich geschätzte 10 Millionen Liter Öl austreten und den Ozean vergiften, hebt in New Orleans ein Gericht - damit einer Klage von 32 Ölfirmen vorauseilend Gehorsam leistend - den von US-Präsident Obama sinnvoller Weise verhängten 6-Monate-Tiefsee-Ölbohrstopp auf - in der derzeitigen Situation umweltpolitisch und umweltrechtlich eine regelrechte Wahnsinnsentscheidung, an Verantwortungslosigkeit und Ignoranz nicht zu überbieten! Und ein Schlag ins Gesicht all jener Umwelt- und TierschutzaktivistInnen und Engagierten, die Versuchen, in all dem Desaster Schadensbegrenzung und Akuthilfe zu leisten!“

